Hintergrund
Die kAFo geht auf eine Kooperation zwischen den Fachgebieten Nachwachsende Rohstoffe in der Bioökonomie (340b), Zentrum für Ökologischen Landbau (309), Pflanzenökologie (320b) sowie das damalige Forschungszentrum für Globale Ernährungssicherheitt und Ökosysteme (GFE, 702) zurück.
Die kAFo war seit April 2023 an der Universität Hohenheim tätig und wurde initial mit 150 000 € für ein Jahr durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung gefördert. 2024 und 2025 wurde die kAFo in der 2. Förderphase mit weiteren 110.000 € gefördert.

Nach der Auflösung des GFE (702) war die kAFo bis zum Jahresende 2025 am Zentrum Ökolandbau (309) angesiedelt.
Aufgaben und Ziele
Ziel der im Frühjahr 2023 an der Universität Hohenheim eingerichteten Koordinationsstelle Agroforstsystem-Forschung (kAFo) ist die Etablierung eines Netzwerks von Forschungseinrichtungen und Akteuren aus der Praxis (Anbau, Verarbeitung, Handel, Verbände, Politik) rund um das Thema „Agroforstsysteme“ in Südwestdeutschland. Gemeinsam sollten bestehende Wissens- und Informationslücken sowie Hemmnisse bei der Etablierung von Agroforstsystemen identifiziert und in praxisrelevante Forschungsfragen übersetzt werden. Diese bilden die Grundlage für zukünftige Forschungskooperationen und -projekte und unterstützen die Entwicklung von Lösungsansätzen zur weiteren Verbreitung von Agroforstwirtschaft als zukunftsweisendes Landwirtschaftssystem.
Die kAFo unterstützte aus dem Netzwerk entstehende Projektinitiativen bei der Vernetzung mit Partner*innen, beim Identifizieren von geeigneten Fördermöglichkeiten sowie im Antragsstellungsprozess und/oder in der Projektkoordination.
Ergebnisse
Forschung
Wichtigstes Ziel der kAFo ist die Bündelung und Unterstützung von Forschungsaktivitäten. Sie vernetzt dazu Akteure innerhalb der Universität Hohenheim (bislang sind 18 Fachgebiete beteiligt) und bringt diese auf lokaler bis internationaler Ebene mit weiteren Akteuren im Bereich Agroforstforschung zusammen. Hierzu wurden von der kAFo Strukturen geschaffen, wie etwa die interdisziplinären kAFo Core-Group (monatliche, institutsübergreifende Treffen) sowie das Hohenheimer Agroforst-Hub (halbjährige Agroforst-Treffen), welche Voraussetzungen für die effektive Zusammenarbeit sind.
Als Ergebnis dieser Aktivitäten konnte die kAFo die interdisziplinäre Agroforstsystemforschung und -lehre an der Universität Hohenheim in den vergangenen zwei Jahren sehr erfolgreich etablieren. Dies spiegelt sich in den bisher über 1,5 Mio. € für die Universität Hohenheim eingeworbenen Drittmitteln, einer Verzehnfachung der ursprünglichen Fördersumme durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung, sowie weiteren laufenden Anträgen wieder.
Lehre
In der Lehre hat die kAFo Core-Group das Mastermodul „Agroforstsysteme Mitteleuropas“ konzipiert, welches 2024 und 2025 durchgeführt und sehr gut von den Studierenden angenommen wurde (deutlich mehr Bewerber:innen als Plätze im Modul). Die Fortsetzung durch die beteiligten Fachgebiete ist vorgesehen.
Versuchsflächen
Durch die kAFo wurden die bestehenden Agroforst-Dauerversuche an der Versuchsstation Agrarwissenschaften (Ihinger Hof und Oberer Lindenhof) betreut und in den Fokus von Forschungsaktivitäten gerückt (Koch et al. 2025). Anfang Dezember wurde am Meiereihof aus Projektmitteln eine neue, campusnahe Agroforst-Versuchsfläche angelegt. Das Blockdesign mit drei Gehölz- sowie Kontrollvarianten erlauben die Erhebung statistisch aussagekräftiger Daten in zukünftigen Forschungsprojekten. Die campusnahe Lage ermöglicht eine enge Einbindung in die Lehre und universitäre Veranstaltungen. Die im Versuch untersuchten Gehölzkulturen Apfel, Esskastanie, Haselnuss und - in Assoziation - Trüffel sind als wertvolle Lebensmittel relevant für die vielfältig strukturierte Agrarlandschaft Baden Württembergs und bislang in der Agroforst-Forschung unterrepräsentiert.
Netzwerk
Über Hohenheim hinaus konnte die Arbeit der kAFo zur Einbettung der Agroforstsystemforschung in ein erweitertes Netzwerk beitragen, u.a. durch die Gründung der Regionalgruppe Baden-Württemberg des ‚Deutschen Fachverbands Agroforstwirtschaft‘ (DEFAF) sowie die Vernetzung mit der ‚European Agroforestry Federation‘ (EURAF). Durch gezielte Pressearbeit und öffentlichkeitswirksame Praxisveranstaltungen wurde die Universität Hohenheim sichtbar in diesem Zukunftsfeld nachhaltiger Landnutzungssysteme positioniert.
