Agroforstsystem-Forschung an der Uni Hohenheim

Agroforst - was ist das?

Agroforst ist die bewusste Kombination landwirtschaftlicher Kulturen und/oder Nutztierhaltung mit produktiven Gehölzen auf derselben landwirtschaftlichen Fläche, mit dem Ziel Synergien zwischen den Komponenten zu erzeugen und diese zu nutzen. Moderne Agroforstsysteme erlauben die mechanisierte Bewirtschaftung und sind oft streifenförmig angelegt. Als multifunktionale Landnutzungsform haben Agroforstsysteme zahlreiche ökologische, aber auch wirtschaftliche Vorteile (Defaf 2024).

Sie ist weltweit als integrierter Ansatz für eine nachhaltige Landnutzung anerkannt. Agroforstsysteme sind multifunktional und ermöglichen nicht nur die Produktion von Lebensmitteln und Holzprodukten, sondern erbringen auch eine Vielzahl von Ökosystemleistungen wie Klimaschutz, Erhaltung der biologischen Vielfalt und Verbesserung der Bodenqualität (Nair et al. 2021).

Üblicherweise wird bei Agroforstsystemen zwischen der Kombination von Bäumen mit Ackerkulturen (silvoarable Systeme), Bäumen mit Tierhaltung (silvopastorale Systeme) und Bäumen mit Ackerkulturen und Tierhaltung (agrosilvopastorale Systeme) unterschieden (Nair 1985). Da Alter, Verteilung und Anordnung der Gehölze variieren können, gibt es vielfältige Ausprägungsformen.

Kontakt

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Agroforstsystem-Forschung

Die Kombination von Gehölzen mit ihrer Unternutzung in Agroforstsystemen und ihre Einbettung in eine sozioökonomische Umwelt führt dazu, dass Agroforstsystem-Forschung per se interdisziplinär - und unter Einbindung von Praxisbetrieben – auch transdisziplinär ist.  Die ökologischen Synergien zwischen den biotischen und abiotischen Systemkomponenten sind maßgeblich für die Vorteile von AFS verantwortlich. Daher ist Grundlagenforschung zum Verständnis dieser Effekte in verschiedenen silvoarablen und silvopastoralen AFS erforderlich, um anwendbare, an die Gegebenheiten von Betrieb und Umwelt angepasste Systemkonfigurationen in Praxisforschungsprojekten zu entwickeln und zu testen.

In folgenden Bereichen sind wir insbesondere aktiv:

Bildung und Lehre

Wissen und Erfahrung zu Agroforst muss zugänglich sein – in der Praxis genau so wie in der universitären Lehre. Dazu arbeiten wir mit Verbänden, Verwaltung und Hochschulen zusammen.

An der Universität Hohenheim bieten wir im Sommersemester das Master-Wahlmodul „Agroforstsysteme Mitteleuropas“ mit Vorlesungen, Seminarbeiträgen, Feldarbeit und Exkursion an. 

Mehr zum Thema Lehre

Die Fachgebiete mit Agroforst-Forschung bieten Themen für Hausarbeiten sowie Abschlussarbeiten im Bachelor und Master an.

Abschlussarbeiten

Vernetzung & Austausch

Agroforstsysteme bringen Vielfalt und Komplexität auf unsere Wiesen und Äcker. Damit kommen verschiedenste Perspektiven ins Spiel, von der Praxis über Verwaltung und Politik bis hin zu universitärer Forschung auf umwelt-, agrar-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Ebene. Die Weitergabe von Wissen und Erfahrung ist eine grundlegende Notwendigkeit, um Agroforstsysteme gezielt planen, anlegen, bewirtschaften, fördern und bewerten zu können. 

Mehr zu unserem Netzwerk

Forschung und Versuchsflächen

Die ökologischen Synergien zwischen den biotischen und abiotischen Systemkomponenten sowie ihre Einbettung in Betrieb und Gesellschaft sind maßgeblich für die Vorteile von AFS verantwortlich. Daher ist Grundlagenforschung zum Verständnis dieser Effekte in verschiedenen silvoarablen und silvopastoralen AFS erforderlich, um anwendbare, an die Gegebenheiten von Betrieb und Umwelt angepasste Systemkonfigurationen in Praxisforschungsprojekten zu entwickeln und zu testen. Zu diesem Zweck begleiten und entwickeln wir auch Agroforst-Versuchsflächen.


Weitere Informationen zur Agroforst-Forschung in Hohenheim